Operationsverfahren

Welche Operationen zur Gewichtsreduktion gibt es?

Die operativen Möglichkeiten der Therapie von Übergewicht und der daraus folgenden Stoffwechselstörungen lassen sich in so genannte „restriktive“ Verfahren, welche die Nahrungszufuhr über eine Verkleinerung des Magens einschränken, also alleine die Passage der Nahrung behindern, und „malabsorptive“ Verfahren, welche die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen behindern, einteilen. Alle Verfahren haben Vor- und Nachteile, die sorgfältig auf den Patienten abgestimmt und mit Ihm besprochen werden müssen.

Restriktive Verfahren

Kombiniert restriktiv-malabsorptives Verfahren

Magenballon (Bioenterics Intragastrisches Ballonsystem-BIB)

Der Magenballon wird unter endoskopischer Kontrolle (Magenspiegelung) in den Magen eingeführt. Es ist somit kein operatives Verfahren zur Gewichtsreduktion. Im Magen wird der Ballon mit 400-700 ml Flüssigkeit gefüllt und erzeugt damit einen Füllungszustand, so dass schneller ein Sättigungsgefühl entsteht. Die Verweildauer ist allerdings nicht unbegrenzt. Nach sechs Monaten muss der Ballon wieder entfernt werden, um Schäden an der Magenschleimhaut zu verhindern. Daraus ergeben sich folgende Indikationen für einen Magenballon:

Magenband (gastric banding)


Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Ethicon Endo-Surgery

Das Magenband gehört zu den restriktiven Verfahren der Adipositas-Chirurgie. Das bedeutet, dass die Gewichtsabnahme dadurch unterstützt wird, dass weniger Energie (Kalorien) aufgenommen wird als der Körper benötigt. Das Magenband wird wie ein Gürtel um den oberen Teil des Magens gelegt, so dass sich ein kleiner Vormagen, der sogenannte Pouch, bildet. Dieser fasst lediglich geringe Nahrungsmengen, die durch die verengte Öffnung nur langsam in den Restmagen abgegeben werden. Durch die Bildung des kleinen Vormagens ist das Sättigungsempfinden durch Magenfüllung wieder gegeben. Der Patient fühlt sich schon nach kleinen Portionen satt. Außerdem hält die Sättigung länger an, da sich der Vormagen durch die verengte Öffnung nur langsam leert.

Schlauchmagen (sleeve gastrectomie)


Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Ethicon Endo-Surgery

Das Verfahren des Schlauchmagens gehört zu den restriktiven Verfahren der Adipositaschirurgie. Allerdings wird bei dieser Operation der Teil des Magens entfernt, in dem das Hormon Ghrelin ausgeschüttet wird, welches für das Hungergefühl verantwortlich ist. Dadurch wird die Hormonproduktion reduziert und Heißhungerattacken vorgebeugt. Nachdem der Großteil des Magens entfernt ist, bleibt nur noch ein kleiner, schlauchförmiger Restmagen erhalten. Dieser fasst lediglich geringe Nahrungsmengen auf einmal und führt somit schneller zu einem Sättigungsgefühl.  

Magenbypass


Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Ethicon Endo-Surgery

Der Magenbypass gehört zu den restriktiven und malabsorptiven Verfahren der Adipositas-Chirurgie. Beim Magenbypass wird der Magen in zwei Teile, eine kleine Magentasche und den größeren Restmagen, getrennt. Der Dünndarm wird direkt an die Magentasche angeschlossen, so dass die Nahrung den Restmagen nicht passiert. Das bedeutet, dass nur kleinere Mengen zu einer Mahlzeit gegessen werden können und die Nährstoffe aus der Nahrung, insbesondere Fett, nicht mehr vollständig aufgenommen werden. Durch die Umleitung der Verdauungssäfte aus Bauchspeicheldrüse und Galle kommen diese erst zu einem späteren Zeitpunkt mit der Nahrung in Berührung wodurch Fette später gelöst und aufgenommen werden. Somit kann ein Großteil der Nährstoffe, insbesondere Fette und Vitamine, nicht resorbiert werden. Eine lebenslange Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen ist nötig. 

Essen und Trinken nach der Operation