Adipositas und Therapiemöglichkeiten

Adipositas ist der medizinische Ausdruck für krankhaftes Übergewicht.

Die WHO (World Health Oranization / Weltgesundheitsorganisation)definiert die Adipositas als chronische Krankheit durch krankhafte Zunahme des Körperfetts mit der Folge gesundheitlicher Beeinträchtigungen.

400 Millionen Erwachsene sind weltweit adipös. Die Tendenz ist steigend. Deutschland steht in Europa an erster Stelle. Fast jeder zweite Bundesbürger ist übergewichtig und 20% sind adipös.

Übergewicht (Vorstufe von Adipositas) und Adipositas wird über den Körpermassenindex, den Body-Mass-Index (BMI) ermittelt. Der BMI errechnet sich aus dem Quotienten aus Körpergewicht und Körpergröße zum Quadrat (kg/m²).

Neben der Ausprägung der Körperfettmasse über den BMI beeinflusst insbesondere die Fettverteilung das Gesundheitsrisiko. Dabei erhöht das Fettgewebe am Bauch (viszerales Fett / „Apfeltyp“) das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Gicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung oder Schlaganfall. Ein vergleichsweise geringes Gesundheitsrisiko ist bei einer vorwiegenden Fetteinlagerung im Hüft- und Oberschenkelbereich (periphere Adipositas / „Birnentyp“) zu erwarten.

Für die Risikobeurteilung dient hier die Messung des Taillenumfangs.

Bei einem Body-Mass-Index über 30 kg/m² ist allerdings immer mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko zu rechnen, verbunden mit einer individuell verminderten Lebensqualität und verkürzter Lebenserwartung.

Daher ist es wichtig Übergewicht bereits frühzeitig zu behandeln. An erster Stelle stehen hier immer die konservativen Möglichkeiten der Gewichtsreduktion, mit den drei Säulen Ernährung, Verhalten und Bewegung. Hierzu zählen geeignete Diäten, kombiniert mit Verhaltensänderungen sowie regelmäßiger körperlicher Aktivität. Dabei helfen insbesondere langfristig angelegte und ärztlich begleitete Programme, die wir auch über unsere Interdisziplinäre Adipositas-Ambulanz durchführen.

Eine operative Gewichtsreduktion sollte erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn ernsthaft durchgeführte konservative Maßnahmen (Diäten/Verhaltenstherapie/Bewegung) unter ärztlicher Kontrolle zu keiner anhaltenden Gewichtsreduktion geführt haben.

Unterschiedliche Operationsverfahren stehen dabei zur Auswahl. Welches Verfahren im Einzelfall Anwendung findet, ergibt sich unter anderem aus dem Ausmaß des Übergewichts, Begleiterkrankungen sowie Ernährungsgewohnheiten und wird in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Chirurgen entschieden.

Da die Kosten der Adipositaschirurgie von den Krankenkassen nicht automatisch übernommen werden, muss ein individueller Antrag zur Kostenübernahme gestellt werden. Dabei ist eine Reihe von medizinischen Voraussetzungen zu erfüllen.

Eine Operation schafft nur die anatomischen Voraussetzungen für einen Gewichtsverlust. Die wichtigste Grundlage für einen nachhaltigen Erfolg stellt dabei die dauerhafte Veränderung des Lebensstils mit lebenslanger Umstellung des Ess- und Trinkverhaltens dar. Eine engagierte Mitarbeit und Eigenverantwortung sind der Schlüssel zum Erfolg, wie auch die regelmäßige Teilnahme an unserem Nachsorgeprogramm.